Nothing coming up – mein Wissen stagniert

Im Artikel geht es um Wissen und Stagnation. In und neben einem grauen Metallkorb lieben zusammengeknüllte gelbe Papiere. Darüber steht geschrieben: "Wissensvermittlung: Wo wieder anfangen?" | © 2022 Claus R. Kullak. | Steve Johnson / Unsplash | crk-res.de

Über die Mischung aus dem Ausbleiben von Genesung von der Depression und dem Ausbleiben meiner Lieblingsbeschäftigungen: Lernen, Austausch, Resonanz.

Wissen aufzunehmen und wiederzugeben war nicht nur jahrzehntelang meine Lieblingsbeschäftigung, sondern für mehr als ein Jahrzehnt auch mein Beruf: Ich habe in der Erwachsenenbildung und an der Schule unterrichtet – und habe das gern getan. Dann ging es nicht mehr.

Heute befinde ich mich in einem Zustand, in welchem mir beides weitgehend unmöglich geworden ist: das Lernen und das Wiedergeben von Wissen. Das Erstere, weil Lesen oder andere Formen der Wissensaufnahme mir den größten Teil der Zeit aufgrund meiner Depression zu anstrengend ist. Das Zweitere, weil ich in der Regeln nicht die mentale Energie habe, meine Gedanken in einen Text zu sammeln.

Oft wird mir sogar Nichtstun zu anstrengend. Der Austausch mit anderen sowieso.

Das Schreiben ist mir sehr wichtig, weil ich es in Stille und in kleinen Schritten tun kann. Weil mein Gehirn nicht – wie es bei Gesprächen mit anderen aus der Begeisterung heraus oft der Fall ist – nicht überdreht. Es ist auch eine schöne Aktivität, wenn ich allein bin, denn ich kann mich dabei mitteilen, ohne auf andere angewiesen zu sein.

Wissen ist Arbeit

Es darf freilich angezweifelt werden, ob etwas, das ich mir über die Jahre im Rahmen meiner Zwanghaften Persönlichkeitsstörung und aus Zeitnot angewöhnt habe, mir wirklich nütztlich ist: Ich habe nämlich den nicht abzuschüttelnden Gedanken, alles Wissen, das ich aufnehme auch verarbeiten und aufschreiben zu müssen. Praktisch tue ich das nicht. Aber der Gedanke ist immer vorhanden.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Da ich als Workoholic jahrzehntelang bis über die Belastungsgrenze gearbeitet habe, brauchte ich immer eine Ausrede dafür, warum ich mir Zeit für eines meiner Interessen herausgeschnitten habe. Die Lösung (und es ist keine) bestand darin, die Interessen in den Dienst der Arbeit zu stellen und immer ein verwertbares Ergebnis bereitzustellen.

Und als ich endlich aus der Schule draußen war, habe ich dieses Monster von einem Website-Konvolut geschaffen, um weiterhin all meine Interessen verarbeiten zu können.

Der Plan ist: Es gibt keinen Plan

Jetzt liegt es freilich brach, weil ich gar nicht die Kraft habe, es zu füllen. Ich habe verschiedentlich die eine oder andere Anstrengungen oder Umwege geschaffen, um mich an meiner Zwanghaften Persönlichkeitsstörung vorbeizumogeln. Denn diese unterwirft alles, auch das Wissen, dem Leistungsdenken. Aber es gelingt mir kaum, denn sobald ich mal kurz nicht aufpasse, ist schon wieder so etwas wie ein Plan entstanden, der Zwang erzeugt.

Darauf, meiner Lieblingsbeschäftigung, mein Wissen und meine Gedanken zu teilen und zu hören, was andere dazu sagen, möchte ich nicht verzichten. Ich brauche das als positives Erlebnis und Erfolgserfahrung. Aber einen Plan und eine Zwangsstruktur muss ich dabei unbedingt vermeiden.

Ich kann also nur versuchen, mich an das Spontane und gegebenenfalls Inkonsequente zu halten. Ich erlaube mir also, etwas an irgendeiner Ecke zu basteln oder zu schreiben, soweit ich gerade Lust und Kraft habe. Und das wird eben dann oft nicht fertig oder bleibt inkonsequent. Hauptsache es entsteht kein Plan.

So planlos kam dann halt auch dieser Text zustande. Ich hoffe, du kannst daraus etwas für dich mitnehmen.

Anmerkung: Ich habe keine Kraft, das noch zur Korrektur zu lesen. Bitte nehmt’s im First Draft.

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